Grundsatzurteil zur Zucht

Der Bundesgerichtshof hatte die Aufgabe ein Urteil zu fällen in Sachen Pferdezucht. Dabei ging es um die Frage, wer als Züchter eingetragen werden darf, wenn das Fohlen per Embryotransfer ausgetragen wird. Für Aufsehen sorgte der Fall, weil es sich bei dem Fohlen um einen Nachkommen aus Isabell Werth's Spitzenpferd Weihegold handelt. In dieser Woche wurde das BGH-Urteil verkündet und es hat das Potenzial die Züchter aufzurütteln.



Bei einem Embryotransfer wird ein Embryo ausgespült und bei einer anderen Stute eingepflanzt, um durch diese Stute ausgetragen zu werden. So kann eine besonders wertvolle Zuchtstute vor den Gefahren, die bei einer Geburt bestehen, geschützt werden und es können mehrer Fohlen pro Jahr aus einer Stute gezogen werden. Sportlich erfolgreiche Stuten können auf diese Wiese im Sport und in der zucht gleichzeitig genutzt werden. So ist es auch bei Isabell Werth's Stute Weihegold. Sie legt jedes Jahr nur eine kleine sportliche Pause für die Zucht ein. Andere Stuten tragen dann ihre Fohlen aus. 

Im Rechtsstreit zwischen Weihegold's Besitzerin Christine Arns-Krogmann und Reitmeister Johann Hinnemann ging es darum, wer als Züchter des Weihegold-Fohlens eingetragen wird. Der Embryo aus Weihegold war durch die Stute von Johann Hinnemann ausgetragen worden. 
Die Entscheidung des BGH lautet: Der Besitzer der Leihstute. Das sorgt für Wirbel in der Züchterschaft. Schließlich sichert der Eintrag als Züchter Ansprüche auf Züchterprämien. Doch der Fall von Weihegold's Fohlen war komplex. Zur Zeit des ET-Transfers  stand die Stute im Stall von Hinnemann, war zur Ausbildung dort und die Kosten für die Ausbildung sollten mit dem ET-Fohlen verrechnet werden, das an Johann Hinnemann gehen sollte.