Tokio kommt mit Betten aus Pappe und Medaillen aus Elektro-Schrott

Die Olympischen Spiele in Tokio, die in diesem Sommer das sportliche Highlight des Jahres sind, werden auf jeden Fall von sich reden machen. Das steht bereits jetzt fest. Bei den Spielen, die sich die Nachhaltigkeit als Thema auf die Fahnen geschrieben haben, werden die Athleten zum Beispiel in Papp-Betten untergebracht. Wer eine Medaille gewinnt, erhält ein Stück recycelten Elektro-Schrott. 



Dass die Medaillen, die den Athleten bei den Olympischen Spielen in Tokio überreicht werden, aus Elektro-Schrott gefertigt werden, ist eine nachvollziehbare Maßnahme. In Elektrogeräten werden viele verschiedene Metalle verwendet, die anschließend zurückgewonnen werden können. Recycling ist wünschenswert. Olympische Medaillen aus diesen Recycling-Beständen zu formen, macht auf das Problem der sehr großen Mengen an Elektro-Schrott aufmerksam. Sicher eine gute Marketing-Strategie.

Jetzt wurde jedoch ebenfalls bekannt, dass die Athleten in Tokio auch in Betten aus Pappe untergebracht werden sollen. Rund 18.000 Bettgestelle aus diesem Material werden im Olympischen Dorf angeliefert. Gefertigt aus umweltfreundlicher Pappe, sollen die Betten stabil sein - so die Aussage der Organisatoren. Interessant wäre zu erfahren, welche Gewichtsklasse für Sportler dabei zugrunde gelegt wurde. Reiter werden da sicher kaum Probleme haben. Bei Kugelstoßern könnte das schon anders aussehen. Wie gut, dass Sumoringen noch keine Olympische Disziplin ist.

Zu hoffen ist, dass die Herstellter der Papp-Betten auch Belastungstests mit den Gestellen durchgeführt haben. Am besten unter angemessenen Bedingungen. Sprich: Rund 40 Grad Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit. Wer nachts schwitzt, soll ja nicht aufgrund von Schweißbildung Gefahr laufen, dass sein Bett einsackt. 

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung