Kristina Boe auf Goldkurs

Kristina Boe zeigt bei den Weltreiterspielen in Tryon eine wunderbare Runde nach der anderen. Zwar steht die Entscheidung erst nach den insgesamt vier Wertungsrunden fest, doch es zeichnet sich bereits jetzt schon ab, dass Kristina Boe auf dem besten Weg ist, Gold zu holen.





Gestern feierte Kristina Boe mit dem deutschen Team den Premieren-Sieg der deutschen Voltigier-Mannschaft im Rahmen der FEI Weltreiterspiele von Tryon. Heute absolvierten die Einzelvoltigierer ihr Technikprogramm. Damit ist die dritte von insgesamt vier Wertungsrunden der Voltigierer absolviert. Nach der vierten Wertungsprüfung wird zusammen addiert - dann steht das Gesamtergebnis fest. 
Kristina Boe hat sich in diesen drei Runden mit ihren hervorragenden Leistungen an die Spitze gebracht. Beim Start in die finale Kür liegt sie in Führung (8,278). Schärfste Konkurrentin bei der Kür ist die Österreicherin Lisa Wild, die derzeit mit 8,229 knapp hinter Kristina Boe liegt. Im Technikprogramm musste sich die derzeit Führende jedoch ihrer Teamkollegin Janika Derks geschlagen geben, die sich damit vom sechsten auf den dritten Platz verbessern konnte. Mit einem Zwischenstand von 8,228 trennen sie nur Tausendstel von der Zweitplatzierten. Dabei hatte Janika Derks fast noch besser abgeschnitten. Beim Landen musste sie einmal kurz in den Sand greifen und bezahlte dafür mit einem Punkt Abzug. „Das ist tatsächlich teuer, das kostet einen Punkt. Aber wenn man sieht, was Janika heute für Technikübungen rausgehauen hat, die waren so auf den Punkt, das müssen die anderen auch erst mal auf den Punkt bringen“, sagte Jessica Lichtenberg, die für Derks an der Longe von Carousso Hit steht.
Die drei deutschen Damen haben heute beim Technikprogramm die ersten drei Plätze belegen können. „In Deutschland haben wir das Glück, ein breit aufgestelltes System zu haben. Wir haben viele Voltigierer, der Voltigiersport ist gut strukturiert. Von klein auf hat man ein gutes Techniktraining, was vielleicht in anderen Ländern nicht so der Fall ist“, begründet Kristina Boe die generelle Pflichtstärke der deutschen Voltigierer. „Auf der anderen Seite ist es so, dass jeder deutsche Voltigierer, der hier steht, von Kindesbeinen an durch eine harte Schule gegangen ist. Sich im deutschen System durchzusetzen ist wahrscheinlich schwieriger als in jedem anderen Land. Es warten jeden Moment zehn Leute hinter dir, die deinen Platz einnehmen möchten. Deshalb kann man es sich bei uns nicht leisten, die Technik beiseite zu lassen und sich nur auf Show und Choreo zu konzentrieren. Ist einfach eine Basis, die wir die uns nicht erlauben können, dass sie fehlt, und die uns hier bei den Weltmeisterschaften echt zugutekommt.