WEG Tryon: Distanzwettbewerb ist abgesagt - oder: Was vom Tage übrig bleibt

Nachdem bereits ein großer Teil der Distanzstrecke absolviert war, wurde der Distanz-Wettbewerb bei den FEI World Equestrian Games ™ Tryon 2018 absgesagt. Zu dieser Entscheidung hat die FEI kurz darauf eine Mitteilung veröffentlicht. 



Die FEI-Mitteilung zur Absage des Distanz-Wettbewerbs bei den FEI World Equestrian Games ™ Tryon 2018 hier in der Übersetzung:
Der Rest des heutigen Endurance-Wettbewerbs wurde aufgrund einer möglicherweise gefährlichen Kombination von großer Hitze und hoher Luft-Feuchtigkeit und den Bedingungen auf dem Trail nach starkem Regen heute Nachmittag abgesagt. Die Entscheidung, die gemäß Artikel 109.12 der allgemeinen FEI-Bestimmungen getroffen wurde, war einstimmig vom Präsidenten der Ground Jury, dem Technischen Delegierten und dem Präsidenten der Veterinärkommission, und dem Organisationskomitee getroffen worden.
Die Entscheidung steht auch im Einklang mit dem FEI-Verhaltenskodex für das Wohlergehen des Pferdes, der besagt:
c) Extremes Wetter: Wettkämpfe dürfen nicht unter extremen Wetterbedingungen stattfinden, die das Wohlbefinden oder die Sicherheit des Pferdes beeinträchtigen könnten.
"Dies war eine schwierige Entscheidung, aber sie wurde im Hinblick auf das Wohlergehen von Pferden und Sportlern getroffen, da die Bedingungen an diesem Nachmittag nach dem Regen zu extrem hoher Luftfeuchtigkeit führten und in Verbindung mit steigender Hitze als zu unsicher galt, als dass der Ritt hätte fortgesetzt werden können, " so der Präsident der Veterinärkommission Thomas Timmons.
Der britische Wissenschaftler Dr. David Marlin, der seit den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta an Hitze- und Feuchtigkeitsstudien für die FEI arbeitet, lieferte der Ground Jury Daten aus dem Wet Bulb Globe Temperature (WBGT) Index, der einen Wert von 31 ergab. Ab einem Wert von 25 wurde sehr genau beobachtet, wie sich die Situation weiter entwickelt und die Beamten stimmten einstimmig zu, dass 31 ein unakzeptables Risiko für das Wohlergehen der Pferde darstellte.
Darüber hinaus hat die FEI nach dem Fehlstart heute Morgen die unabhängige Equestrian Community Integrity Unit (ECIU), die hier in Tryon vor Ort ist, beauftragt, eine umfassende Untersuchung der Umstände durchzuführen, die dazu führten, dass einige Pferd-Reiter-Paare fehlgeleitet wurden. Die Untersuchung wird Interviews mit den Offiziellen, Freiwilligen, dem Organisationskomitee und allen anderen relevanten Mitarbeitern beinhalten, um ein vollständiges Bild von dem zu geben, was passiert ist. Die Ergebnisse werden dem FEI-Büro vorgelegt und die Schlussfolgerungen werden veröffentlicht.


Für die Weltreiterspiele in Tryon, North Carolina ist die Entwicklung der Prüfungen an Tag eins der WEG durchaus als Problem anzusehen. Es gab heute zwei Regenschauer, die - abgesehen von der hohen Luftfeuchtigkeit - Probleme verursachten. Und zwar mit dem Boden. Zum einen stehen viele Fuß-Wege in Tryon schnell unter Wasser, zum anderen zeigt sich, dass die Geländestrecken (Distanz und Vielseitigkeit) an manchen Stellen schwierig werden. Vor diesem Hintergrund wirkt es wenig glaubwürdig, dass seit Tagen versichert wird, Tryon liege in einer der trockensten gegenden North Carolinas und der Regen, der in Verbindung mit Hurricane Florence heranzieht, sei kein Problem. Zum Glück scheint Florence pferdefreundlich zu sein. Inzwischen wird das Auf-Land-Treffen des Sturms nicht mehr für Donnerstag oder Freitag, sondern erst später erwartet. Damit besteht Hoffnung, dass die Vielseitigkeitsreiter vor dem großen Regen auf die Strecke gehen können.