Charlotte Dujardin verteidigt ihren Titel

Der Dressursport hat bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro neue Höhepunkte erlebt.  Titelverteidigerin und neue Olympiasiegerin ist die Britin Charlotte Dujardin, die mir ihrem Valegro eine makellose Vorstellung in der Kür ablieferte und mit der Wertnote von über 93 Prozent das Ergebnis der Olympischen Vorstellung 2012 in London übertrumpfen konnte. Insgesamt präsentierte sich der Dressursport im Stadion von Deodoro mit vielen Reitern auf einem enorm hohen Niveau – so macht Dressur Freude.
 




Bewegend zu sehen, ist dabei vor allem die Harmonie, die bei den Paaren mit hohen Wertnoten hervorsticht. Reiter, die an ihre Pferde glauben, ihr Leben für ein Pferd auf den Kopf stellen – wie die US-Amerikanerin Laura Graves, die ihren Job kündigte und sich seitdem ganz der Förderung ihres Pferdes Verdades widmet. Reiterinnen wie Dorothee Schneider, die ihr Pferd Showtime über viele Jahre hinweg schonend und umsichtig aufgebaut hat. Reiter wie Severo Jesus Jurado Lopez, die ihr Geld zusammenkratzen, um sich ein talentiertes Pferd zu sichern, weil sie an diesen Vierbeiner glauben. Vom Wesen, vom Charakter und dem Vermögen eines Pferdes restlos überzeugt sind. So wie auch Charlotte Dujardin von ihrem Pferd Valegro überzeugt ist, und auch Kristina Broering-Sprehe, die mit Desperados das Pferd ihres Lebens gefunden hat.
 



Diese Paare und ihre Pferde zaubern eine Ausstrahlung ins Viereck, die begeistert und mitreißt, die Gänsehaut und Tränen der Rührung verursachen. Was diesen Punkt angeht hat der Dressursport in Rio de Janeiro neu Maßstäbe gesetzt, die hoffentlich bald größere Verbreitung finden. Von Paaren mit diesen Qualitäten lassen sich die Zuschauer in den Bann ziehen. Damit wäre dann auch das Problem mit der Olympiatauglichkeit des Dressursports vom Tisch.