Turnierabsagen wirbeln die Sport-Serien durcheinander

Die Corona-Pandemie hat den Reitsport in die Zwangspause geschickt was Turniere angeht. Mittlerweile ist rund ein Drittel der FEI-Veranstaltungen von Absagen und Verschiebungen betroffen. Das hat weitreichende Auswirkungen. Auf die Sport-Serien wie den Nationenpreis, aber auch auf Qualifikationen für nationale und internationale Championate. 



In den Niederlanden steht bereits jetzt fest, dass bis zum 1. Juni keine sportlichen Events stattfinden. In Großbritannien ist bis Ende Mai der Sport im Ruhemodus. Und dabei ist der Höhepunkt der Corona-Pandemie noch nicht erreicht. Eine Verlängerung des Shut-Down im Sport ist durchaus möglich. Insgesamt sind rund ein Drittel der Turniere betroffen, die bei der FEI im Terminkalender eingetragen waren.

 Im März gehörten die Frühjahrs-Touren wie MET Oliva (Spanien) und Sunshine Tour zu den ersten Turnieren, die abgebrochen werden mussten. Das Event in s'Hertogenbosch sollte erst stattfinden, wurde dann in letzter Minute abgesagt. Zeitgleich wurde in Dortmund noch geritten. Doch auch dieses Turnier wurde abgebrochen. Während es in Dortmund nur um ein "normales Turnier" ging, waren in s'Hertogenbosch noch Punkte für den Longines FEI-Weltcup zu holen. Die Serie wurde kurz vor ihrem Saison-Ende von COVID 19 unsanft ausgebremst. Das erste ganz große Event, das ein Opfer von Corona wurde, war das Weltcup-Finale in Las Vegas. Es wäre nach Ostern ausgetragen worden, konnte aber aufgrund von Reisebeschränkungen und Infektions-Eindämmungs-Maßnahmen nicht durchgeführt werden. 

Die Absagen von Turnieren in allen Disziplinen häufen sich seit März. Horses & Dreams in Hagen, Mannheimer Maimarkt-Turnier, Wiesbadener Pfingstturnier, CHIO Rotterdam, CSI Ascona, CDI Compiègne, CHIO Aachen (verschoben auf den Herbst) - die Liste ist inzwischen endlos lang. Erst letzte Woche kam die Nachricht, dass auch die Olympischen Spiele in Tokio, die Ende Juli starten sollten, verschoben werden. Die Turnier-Absagen wirbeln die Nationenpreis-Serien und die Longines Global Champions Tour kräftig durcheinander, sorgen für Fragen im Hinblick auf die Qualifikationen für die Bundeschampionate, den Nürnberger Burg Pokal, die Riders Tour und den Louisdor-Preis. Eins steht fest: Es können unmöglich alle Turniere nachgeholt werden. Dafür ist im FEI-Turnierkalender nicht genug Platz. 

Während die Longines Global Champions Tour (LGCT) auch mit weniger Stationen funktioniert, wird die FEI Nationenpreis-Serie durch den Ausfall von Stationen so gut wie unmöglich. Von den Nationenpreis-Turnieren der Springreiter sind die ersten Stationen abgesagt worden. Das erste CSIO Turnier ist nun Falsterbo im Juli. Damit ist klar, dass die teilnehmenden Nationen der European Division I unmöglich die ursprünglich vorgegebene Anzahl an geplanten Stationen zum Sammeln der Serien-Punkte wahrnehmen können. Die Frage ist: Wird die Nationenpreis-Serie in diesem Jahr pausieren oder werden die Regeln für die Saison 2020 verändert?

Die FEI hat eine Task Force ins Leben gerufen, die sich nun erst einmal mit den drastischen Folgen der Corona-Pandemie und der Folge auch der Verschiebung der Olympischen Spiele beschäftigen soll. Denn allein diese Änderung im FEI Turnierkalender bringt eine große Umplanung mit sich. Die Europameisterschaften 2021 sollten im August 2021 stattfinden. Das wird jedoch schwierig, wenn die Olympischen Spiele bis zum 8.August 2021 ausgetragen werden. Ausfallen kann die EM in den Disziplinen Dressur, Vielseitigkeit und Springen jedoch nicht - hier werden Qualifikationen für die Weltmeisterschaften 2022 vergeben. Der internationale Turnierkalender ist komplex und wird durch das kleine Virus gewaltig und weitreichend beeinflusst.