Margit Otto-Crepin ist mit 75 Jahren verstorben

Mit Margit Otto-Crepin ist die erfolgreichste Dressurreiterin Frankreichs verstorben. Mehr als 20 Jahre lang sammelte die gebürtige Deutsche im internationalen Dressur-Viereck Schleifen für Frankreich.



Die Olympische Silbermdaillengewinnerin von 1988 Margit Otto-Crepin ist nach kurzer Krankheit am Sonntag im Alter von 75 Jahren verstorben. Die gebürtige Deutsche lernte in Paris den französischen Amateur-Springreiter Daniel Crepin kennen und wechselte nach ihrer Heirat zur französischen Staatsbürgerschaft. Für Frankreich ein Glücksfall. Denn die Dressurreiterin sorgte mehr als 20 Jahre lang im international Viereck und sogar bei Championaten dafür, dass die Marseillaise gespielt wurde. Auch bei Olympischen Spielen sammelte Margit Otto-Crepin Schleifen. Ihre Erfolgs-Pferde waren dabei nicht immer Talente aus den in der Dressur beliebtesten Zuchtgebieten. So startete sie ihre Dressur-Karriere mit Selle Francais-Wallach Caprici, der zuvor in der Vielseitigkeit unterwegs war. Zwei Mal siegte das Paar bei den französischen Meisterschaften, trat bei der EM 1981, der WM 1982 in Lausanne und bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1984 an.

DAS Erfolgspferd ihrer Karriere war jedoch der 1,80 große Holsteiner Corlandus, der mit Cor de la Bryere x Landgraf eine astreine Springpferde-Abstammung mitbrachte. Mit Corlandus holte Margit Otto-Crepin unter anderem Silber bei den Olympischen Spielen in Seoul (1988) und Gold beim Weltcup-Finale 1989 in Göteborg. Bei der WM in Stockholm belegte das Duo Platz vier und holte Bronze bei der EM in Donaueschingen. 

Nachdem sie ihre sportlich aktive Karriere beendet hatte, engagierte sie sich weiterhin stark für den Dressursport. So wirkte sie unter anderem von 1998 an als Präsidentin des International Dressage Riders 'Club und war von 2009 bis 2011 Mitglied des FEI Dressurausschusses. Der Cadre Noir in Saumur, Frankreich, ernannte Margit Otto-Crepin zur "Écuyer d'Honneur". Bis heute ist sie die erfolgreichste französische Dressurreiterin der Geschichte.

Jetzt ist Margit Otto-Crepin in Hamburg verstorben. Im Jahr 2005 war sie mit ihren Pferden in den hohen Norden gezogen. Zu einigen namhaften Ausbildern dieser Region hatte sie bereits seit den 1980-er Jahren Kontakt. Unter anderem zählte dazu Peter Mohr, von dem sie Corlandus erworben hatte. Aber auch der 2018 verstorbene Georg-Otto Heyser, der in den 80-er Jahren gemeinsam mit Peter Mohr bei den Deutschen Meisterschaften startete und 2008 Hinrich Romeike und Marius auf dem Weg zu den Olympischen Spielen coachte. Er war bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988 als Trainer dabei.