Pilotprojekt macht Hoffnung auf Fortsetzung

Es war eine runde Sache. Das Pilotprojekt des Montagsclub e.V., das an diesem Wochenende auf dem Turniergelände von Luhmühlen ausgetragen wurde, verlief von A bis Z zur Zufriedenheit von Reitern und Veranstaltern. Jetzt heißt es "Bitte mehr davon."



Schutzmasken, Abstandsregeln und Parcoursreiten ohne Zuschauer - für die Springreiter war das an diesem Wochenende zweitrangig. Hauptsache wieder im Sattel sitzen und Pferde abseits von zuhause im Parcours zum Einsatz bringen. Das ist das, was zählt. Denn Pferde lernen vor allem in fremder Umgebung. Der eine oder andere Kandidat unter dem Sattel zeigte sich zwar munter oder angesichts bunter Hindernisse in der ungewohnten Umgebung etwas schüchtern oder gar unwillig. Die Routine fehlt eben. Ausgeschrieben waren die Springpferde-Prüfungen, die der Montagsclub e.V.  auf dem Gelände der Turniergemeinschaft Luhmühlener veranstaltete, ausschließlich für Berufsreiter und Ausbilder von Springpferden. Mit gutem Grund: "Berufsreiter müssen in der Corona-Krise die Arbeitslosigkeit fürchten. An Turnieren teilnehmen zu können, gehört bei ihnen zur Berufsausübung" erklärt Karl-Heinz Klasen, der 1.Vorsitzende des Montagsclubs e.V.

Markus Beerbaum, Pato Muente, Hergen Forkert, Christian Hess, Harm Lahde, Josch Löhden - die Liste der bekannten Springreiter war lang. Die Resonanz auf die Ausschreibung war riesig. Mindestens genauso groß wie die Begeisterung über das erste Turnier seit dem Beginn des Corona-Shutdown war aber auch die Disziplin von Reitern und Pflegern. Alle trugen die notwendigen Schutzmasken, die direkt mit den Unterlagen zugeschickt wurden. Auch vor Ort wurden Schutzmasken ausgegeben. Den Reitern war erlaubt sie abzulegen, sobald sie im Sattel sitzen und reiten. Sowohl auf dem Vorbereitungsplatz, wie auch im Parcours. Nach dem Absteigen wurde die Maske sofort wieder angelegt. Außerdem wurde nicht nur zwischen den einzelnen Personen zuverlässig und selbstmotiviert auf Abstand geachtet. Auch zwischen den LKWs wurden Abstände von zehn und mehr Metern eingehalten. Das Areal in Luhmühlen bietet mit seinen großen Flächen dafür beste Bedingungen. 

Dazu gehörten auch vier Vorbereitungsplätze, davon zwei mit Hindernissen, auf denen jeweils eine vorgeschrieben Anzahl von Reitern und Pferden anwesend sein durfte. Mal waren vier Paare, mal sechs erlaubt, die gemeinsam auf einem Platz reiten durften. Optimal vorbereitet, ging es dann in den Parcours, bei dem die Richter in großer Entfernung im oberen Stockwerk eines festen Gebäudes ihren Platz hatte, von dem aus sie die Ritte beurteilen konnten. Die Angestellten der Behörden, die an allen vier Tagen zu Kontrollgängen auf dem Turnierplatz vorbeikamen, werden nun hoffentlich dafür sorgen, dass die Ämter auch in den nächsten Wochen ihr OK geben. Denn klar ist: Reiter und Veranstalter möchten unbedingt in diesem Modus weitermachen. Es ist ein entscheidender Schritt in Richtung Normalität und gibt dem Reitsport insgesamt einen Lichtblick am Ende des Corona-Tunnels. 

Ergebnisse