Mit Marion Jauss verliert der Pferdesport eine Ikone

Marion Jauß ist am Montagmorgen verstorben. Die Pferdefreundin, die selbst mehr als 1.500 Rennen im Sulky gewonnen hat und seit vielen Jahren wie ihre Schwester Madeleine Winter-Schulze als Mäzenin im Springsport bekannt ist, starb auf ihrem Traber-Gestüt Neritz in der Nähe von Hamburg. 



Marion Jauß ist im Alter von 80 Jahren verstorben. Wie ihre zwei Jahre jüngere Schwester Madeleine Winter-Schulze war Marion Jauß von Kindesbeinen an dem Pferd und dem Pferdesport verbunden. Zum Trabsport kam sie eher zufällig. Sie nahm 1970 an einem Gästefahren auf der Rennbahn in Berlin teil, dort wo die Eduard-Winter-Kurve nach dem Vater von Marion Jauß und Madeleine Winter-Schulze benannt ist und fuhr den Sieg ein. Die Erfahrung auf dem Sulky, an den Leinen, bereitete der gebürtigen Berlinerin so viel Vergnügen, dass sie begann ernsthaft zu trainieren. Eine Entscheidung, die ihre Leben stark beeinflusste. Sie erwarb die Amateurfahrer-Lizenz, siegte insgesamt in mehr als 1.500 Rennen, heiratete Trabrennfahrer Gottlieb Jauß und züchtete auf dem Gestüt Neritz in Bad Oldesloe, in der Nähe von Hamburg Traber.  

Zu den Springpferden kam sie ebenfalls über den Trabsport. Sie machte die Bekannschaft von Trabrennfahrer und Trabertrainer Georg Ahlmann und unterstütze schließlich seinen Sohn Christian, als ihm ein passendes Springpferd für größere Aufgaben fehlte. Im Jahr 2001 ewarb Marion Jauß mit Cöster erste Springpferd für den talentierten Christian Ahlmann und blieb bis zum ihrem Tod seine treue Unterstützerin. Unter anderem steht sie gemeinsam mit ihrer Tochter Isabell bei Codex One, Epleaser van't Heike und Tokyo als Besitzerin eingetragen. 

Christian Ahlmann verliert mit Marion Jauß nicht nur eine Mäzenin, sondern eine gute Freundin. "Ich habe meine größte Förderin und meine treueste Unterstützerin verloren. Ich bin sehr traurig über ihren Tod. Marion Jauß war meiner Familie seit vielen Jahren eng verbunden. ... Sie hielt mir in den besten und den schwersten Stunden meiner Karriere die Treue. Das werde ich ihr nie vergessen. Es war mir eine große Freude und Ehre, die Pferde von Marion Jauß reiten zu dürfen."